Selbstfürsorge im Alltag
Viele von uns sind mit dem Gefühl aufgewachsen, „nicht richtig“ zu sein – zu langsam, zu sensibel, zu chaotisch
oder zu unorganisiert.
Selbstfürsorge bedeutet nicht, perfekt zu funktionieren, sondern freundlich und mitfühlend mit sich selbst umzugehen.
Unabhängig davon, ob wir Kinder begleiten oder nicht: Unser Nervensystem leistet oft sehr viel. Umso wichtiger ist es, uns immer wieder kleine Momente zum Auftanken zu erlauben – ohne schlechtes Gewissen.
Kleine Selbstfürsorge im Alltag
- Tasse Tee oder Kaffee bewusst trinken
- Lieblingslied hören
- Kurz auf den Balkon / ans Fenster / vor die Tür
- Schultern locker kreisen
- Warmes Duschen oder bewusstes „Stress-runterduschen“
- Gesicht mit warmem oder kühlem Wasser waschen
- Abduschen der Arme oder Beine
- Ein paar Minuten still sitzen und die eigenen Gedanken bewusst wahrnehmen
- Bewusst ein Haustier streicheln (Katze, Hund etc.) und den Körperkontakt wahrnehmen
Körperbasierte Techniken
- Sanftes Dehnen
- Klopfen nach EFT (Emotional Freedom Techniques)
Eine einfache Anleitung findet sich z. B. über seriöse Videos oder Anleitungen im Internet. - Summen oder singen
- Tanzen
- Igelball / Druckball nutzen
- Tief in den Bauch atmen
- 4-7-11-Atmung: 4 Sekunden einatmen – 7 Sekunden ausatmen – 11 Wiederholungen
Mini-Auszeiten
- Kurzer Spaziergang in der Natur
- Auf eine Bank setzen
- Barfuß über Gras gehen (wenn möglich)
- Powernap (10–20 Minuten)
Geführte Pausen
- Geführte Meditation
- Bodyscan (mit der Aufmerksamkeit langsam durch den eigenen Körper wandern und wahrnehmen, was gerade da ist)
- Atemmeditation
- Bewusst hinlegen und nichts „leisten“
- Positive Affirmationen anhören (z. B. auf YouTube oder Spotify)
- Einen Podcast anhören, der gut tut oder sich unterstützend anfühlt
Gut zu wissen
Selbstfürsorge bedeutet nicht nur Ruhe.
Selbstfürsorge bedeutet auch Regulation.
Alles, was das Nervensystem sanfter, ruhiger oder stabiler macht, zählt.
Auch Zuhören kann regulierend sein – besonders, wenn Stille eher Stress als Entspannung auslöst.
Erlaubt ist, was sich für dich gut und stimmig anfühlt.
Erlaubnissätze
- Ich darf Pausen machen.
- Ich bin nicht kaputt.
- Ich bin genug.
- Ich muss nicht alles heute schaffen.
- Kleine Schritte zählen.
Wichtiger Hinweis
Alle genannten Impulse sind Anregungen, keine Vorgaben.
Jede*r darf sich das herausnehmen, was sich stimmig anfühlt – und alles andere liegen lassen.
Es gibt unzählige weitere Möglichkeiten, gut für sich zu sorgen. Entscheidend ist nicht die perfekte Methode, sondern immer wieder kleine Momente zu finden, um aus dem reinen „Ich-muss-funktionieren“-Modus auszusteigen.
Sich um sich selbst zu kümmern ist kein Luxus.
Du bist wichtig. Sehr wichtig.
Und dein Nervensystem darf im Alltag immer wieder Entlastung erfahren.
Wir dürfen freundlich mit uns umgehen.
